Informationen zu Cocktails

Ein Cocktail [ˈkɔkteɪl, engl. ˈkɒkteɪl] ist ein alkoholisches Mischgetränk. Typischerweise bestehen Cocktails aus zwei oder mehr Zutaten, darunter mindestens einer Spirituose. Sie werden mit Eis im Cocktail-Shaker, Rührglas oder direkt im Cocktailglas einzeln frisch zubereitet, in einem passenden Glas angerichtet und sofort serviert und getrunken. Üblicherweise ist jedes Cocktail-Rezept mit einem einprägsamen Namen versehen. Einige Cocktails sind international bekannt und werden von Barkeepern weltweit gemixt.

 

Das Wort „Cocktail“ entstand um 1800 im angelsächsischen Sprachraum, bezeichnete aber ursprünglich nur einen ganz bestimmten Typ unter den damals üblichen Mixgetränken. Die erste schriftliche Quelle definierte „cock tail“ 1806 als „stimulierendes Getränk aus Spirituosen aller Art, Zucker, Wasser und Bitters“.[1] Ein „Cocktail“ war also lediglich eine mit Kräuterbitter gewürzte Variante des damals verbreiteten Sling, was ungefähr dem heutigen Old Fashioned entspricht. Schon bald entstanden weitere Abwandlungen, die ebenfalls „Cocktail“ genannt wurden, und das Wort wurde zum Gattungsbegriff, blieb aber im 19. Jahrhundert nur eine von vielen Drinkgruppen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde „Cocktail“ zunehmend zum Oberbegriff für fast alle alkoholischen Shortdrinks. Vor allem in Fachkreisen wird das Wort noch heute in diesem engen Sinn verstanden, also als Bezeichnung für meist stark alkoholische, ohne Eis im Stielglas servierte Shortdrinks und gleichsam als Abgrenzung insbesondere zu den größeren Longdrinks. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich jedoch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein weiterer Bedeutungswandel vollzogen: „Cocktail“ wurde allmählich zu einer Sammelbezeichnung für fast jedes alkoholische Mixgetränk und teilweise auch für alkoholfreie Mischungen. In diesem Artikel und allgemein in der deutschsprachigen Wikipedia wird das Wort „Cocktail“ überwiegend in diesem weiten Sinn verwendet.

 

 

Grundkomposition

Verlängert man einen Sour auf Gin-Basis mit Sodawasser (= Filler), erhält man einen Gin Fizz, bzw. mit Eiweiß einen Silver Fizz. Der abgebildete Ramos (Gin) Fizz enthält zusätzlich Sahne und einige Tropfen Orangenblütenwasser (Flavoring Part).

 

Zu den wichtigsten Mix-Zutaten gehören die Spirituosen Gin, Wodka, Whisky und Whiskey, Brandy, Rum, Tequila und Cachaça, weiterhin Liköre, Wermut (Vermouth) und Champagner. Sie bilden die sogenannte Basis der meisten Cocktails. Die Basis ist fast immer der Hauptbestandteil eines Drinks, hat oft auch mengenmäßig den größten Anteil an der Gesamtflüssigkeit und gibt, Wodka ausgenommen, die Geschmacksrichtung vor.[43]:232 Beim Whiskey Sour ist die Basis also Whiskey, beim Gimlet gewöhnlich Gin, beim Daiquiri Rum. In einigen Drinks bilden auch zwei, selten drei Spirituosen gemeinsam die Basis.

 

Zweitwichtigster Bestandteil ist der Modifier (auch Aromageber), der die Richtung des Cocktails mitbestimmt, jedoch die Grundrichtung der Basis nicht komplett verändert. Typische Modifier sind Wermut, Liköre und Obstbrände, Zitrussäfte sowie Sirups. In einem Tequila Sunrise ist Grenadine der Modifier zur Basis Tequila, in einem klassischen Martini auf Gin-Basis ist es der Wermut, in einem Zombie (Basis: verschiedene Rums) sind die Modifier Apricot Brandy, Grenadine und Zitronensaft.

 

Viele Cocktails enthalten noch einen Flavoring Part, das heißt kleinste Mengen von Cocktail-Bitters, aromatischen Spirituosen, Likören oder Sirups. Sie bestimmen oft die Farbe oder runden den Drink geschmacklich ab, müssen aber sparsam eingesetzt werden, um den Drink nicht ungenießbar zu machen.[43]:233 Bitters wie Angostura oder Peychaud's werden in der Regel nur tropfenweise eingesetzt.

 

Mixer oder Filler sind schließlich Zutaten, die einen Drink durch mehr Flüssigkeit „verlängern“, dabei den Alkoholgehalt reduzieren und einen ursprünglich „harten“ Geschmack abrunden, jedoch ohne die Grundrichtung zu überdecken. So besteht ein Gin Tonic aus der Basis (Gin) und dem Mixer/Filler Tonic Water, bei der Bloody Mary ist Tomatensaft der Filler. Übliche Filler sind Sodawasser, Tonic, Cola, Ginger Ale bzw. Ginger Beer, Bitter Lemon und andere kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtsäfte (vor allem Orangensaft, Maracujasaft, Ananassaft, Cranberrysaft) sowie Wein, Sekt und Champagner.

Alkoholfreie Zutaten

 

Zitrussäfte spielen eine besonders wichtige Rolle in vielen Cocktails. Zitronen- oder Limettensaft bilden zusammen mit einer Spirituose und Zuckersirup oder kombiniert mit einem süßen Likör das Grundgerüst für die größte und wichtigste Drink-Gruppe, die Sours. Während vor allem in den USA lange Zeit industriell hergestellte, fertige Zucker-Zitronensaftmischungen (sog. Sour Mix) verwendet wurden, hat es sich mittlerweile durchgesetzt, ausschließlich frisch gepresste Säfte zu verwenden. Eine Lagerzeit von wenigen Stunden soll dem Geschmack von Zitrussäften dabei nicht abträglich sein und wird teilweise sogar als Vorteil gesehen. Von der Verwendung industriell abgefüllter und verpackter Zitrussäfte (insbesondere Zitronen- oder Limettensaft) wird in der Fachliteratur jedoch einhellig abgeraten.

 

Zucker ist, neben Alkohol, der wichtigste Geschmacksträger in Cocktails und wird an der Bar meist in Form von Zuckersirup (Läuterzucker) verwendet, da dieser sich leichter mit anderen Zutaten verbindet. Das Gewichtsverhältnis von Zucker und Wasser bei der Herstellung (meist zwischen 1:1 und 2:1) muss bei der Dosierung berücksichtigt werden. Einige Barkeeper bevorzugen Puderzucker, der sich ebenfalls leicht löst. In englischsprachigen Rezepten ist die Angabe simple syrup für einen 1:1-Zuckersirup üblich, dieser hat einen Süßegrad von 50°Brix. Das Standardwerk Cocktailian empfiehlt, 2:1-Zuckersirup selbst herzustellen und zu verwenden, dessen Süßegrad von 65°Brix ungefähr den meisten industriell hergestellten Zuckersirups entspricht, also einer nahezu gesättigten Lösung.[36]:156f.

 

Eier wurden früher sehr oft in Cocktails verwendet. Das Eiweiß trägt z. B. in einem Sour zu einer leichten Schaumbildung auf dem Drink bei und sorgt für ein rundes Mundgefühl („Umami“).[36]:143 Beispiele sind Clover Club und Silver Fizz. Eigelb ist charakteristisch für Flips oder auch die in den 1960er Jahren in Deutschland beliebten Knickebeins.

 

Sahne ist mit einem Fettgehalt von etwa 30 % ein natürlicher Aromaträger und findet sich in vielen Dessertcocktails wie Alexander und Grasshopper, aber auch in Coladas und vielen Fancy Drinks.

 

Mit der Renaissance der Barkultur seit der Jahrtausendwende haben auch wieder verstärkt frische Zutaten wie frisch gepresste Säfte, frisches Obst und Gemüse, selbst hergestellte Sirups, Gewürze und Kräuter Einzug in die Bars gehalten. Bei Verwendung vieler Zutaten aus der Küche spricht man von Cuisine Style.

Eis

 

Eine oft unterschätzte Zutat an der Bar ist das Eis. Ohne Eis hätten Cocktails und Longdrinks nie ihren heutigen Popularitätsgrad erreicht, heißt es im „Cocktailian“, und weiter: „Seine kühlende Wirkung und das Schmelzwasser sowie seine physikalischen Eigenschaften, die nötig sind, um verschiedene Zutaten aromatisch zu verbinden, machen es zum essenziellen Bestandteil gemischter Drinks.“[36]:160

 

Bis auf die wenigen Hot Drinks werden Cocktails immer mit Eis zubereitet und eiskalt serviert. Eine gewisse Verdünnung durch beim Rühren oder Schütteln entstehendes Schmelzwasser (1–2 cl) ist dabei erwünscht und spielt gerade in stark alkoholischen Shortdrinks wie dem Martini eine wichtige geschmackliche Rolle.

Eiswürfel im Eiseimer

Ice Ball Mold aus schwerem, gut wärmeleitfähigen Metall (1847). Ein größeres Eisstück wird in das Unterteil der Hohlform (Mitte) gelegt; durch den Kompressionsdruck schmilzt sich sodann das aufgesetzte Oberteil (rechts) durch das Eisstück und formt eine gleichmäßige Kugel (links)

 

Man unterscheidet an der Bar verschiedene Arten von Eis:

 

    Eiswürfel (engl. ice cube): Würfel mit einer Kantenlänge von 2 bis etwa 4 cm. Eiswürfel werden zum Shaken und Rühren von Drinks verwendet und dienen in Longdrinks und bei „on the rocks“ (auf Eiswürfeln) servierten Cocktails dazu, die Flüssigkeit länger kühl zu halten. Eismaschinen produzieren häufig nur Hohleiswürfel (die im Drink zu schnell verwässern) oder ungleichmäßige Formen; spezielle Geräte können aber auch gleichmäßige Volleiswürfel mit etwa 3–4 cm Kantenlänge ohne Trübungen oder Lufteinschlüsse herstellen.

    Cracked Ice (von engl. crack: zerschlagen): bevor im 20. Jahrhundert Gefrierschränke und Eiswürfelmaschinen Einzug in die Bars hielten, wurde Eis in größeren Blöcken im Eisschrank gelagert und für die Zubereitung von Drinks mittels Eispickel und Hammer in kleinere, ungleichmäßige Stücke zerkleinert und wie Eiswürfel verwendet. Einige Bars verwenden diese Technik auch heute wieder.

    Crushed Ice (von engl. crush = zerstoßen): Feinkörniges Eis mit schnellem Schmelzeffekt. Dazu werden (meist maschinell hergestellte) Voll- oder Hohleiswürfel in einem Eiscrusher zerkleinert. Da Crushed Ice dabei schnell verwässert, wird es danach oft bis zur Verwendung erneut eingefroren („doppelt gefrostet“). Es gibt auch spezielle Eismaschinen für Crushed Ice. Crushed Ice wird vor allem für Karibik- und Fancy-Drinks verwendet und eignet sich zur Herstellung von Frozen Drinks im elektrischen Mixer (engl. Blender).

    Eiskugel (engl. ice ball): Anstatt auf Eiswürfeln werden Drinks in jüngster Zeit verstärkt auf etwa 5 cm großen Eiskugeln (engl. ice balls) serviert, die den Drink sehr lange kühlen und die in speziellen Kunststoff- oder Silikonformen gefroren, aus einem größeren Eisblock herausgeschmolzen oder mit einem scharfen Messer von Hand geschnitzt werden. In Japan hat sich das Schnitzen (engl. carving) von Eiskugeln, Eisdiamanten und anderen Formen in den letzten Jahren zu einem Trend entwickelt und wird inzwischen in Bars weltweit praktiziert.

 

Weitere, weniger gebräuchliche Eisformen sind Cubletts (Mini-Eiswürfel mit kleiner Kantenlänge, in den USA und Kanada häufig zum Blenden im elektrischen Mixer verwendet), Cobbler Ice (grob geschlagenes Crushed Ice, ideal für Caipirinhas) und Shaved Eis (geschabtes Eis, von engl. shave = rasieren: fast schneeartiges Eis, das mit Schabern oder Krallen vom Eisblock gekratzt wird). Darüber hinaus gibt es Förmchen für die verschiedensten Eiswürfelformen, die jedoch in Bars nur selten zum Einsatz kommen. Eiswürfel können auch mit Lebensmittelfarbe oder Barsirups eingefärbt werden oder als Garniturelement eingeschlossene Früchte oder Blüten enthalten.

 

Zum Shaken oder Rühren von Cocktails wird in Bars üblicher Weise Eis aus Eismaschinen verwendet, das in der Regel nur eine Temperatur von wenigen Grad unter dem Gefrierpunkt hat. Es kühlt einen Drink jedoch schneller als tiefgefrorenes Eis, verwässert ihn aber zugleich stärker. Der Kühlungseffekt von Eis ist beim Übergang vom festen in den flüssigen Zustand am stärksten. Wird also extrem kaltes Eis verwendet, muss entsprechend länger gerührt oder geschüttelt werden, um bei geringfügig weniger Verwässerung den gleichen Kühleffekt zu erzielen, so dass doppelt gefrostetes (also nach der Herstellung nochmals eingefrorenes und auf −15 bis −20 °C heruntergekühltes Eis) im praktischen Bar-Einsatz keinen spürbaren Vorteil beim Shaken oder Rühren bietet.[44] Anders sieht es jedoch beim Kühlhalten des fertigen Getränks aus: Als Eiswürfel in Longdrinks oder für „on the rocks“ servierten Getränken eignet sich tiefgefrorenes Eis besser, da es langsamer schmilzt und das Getränk über einen längeren Zeitrum kalt hält, ohne es zu verwässern.[44]

 

Die übliche Serviertemperatur von gerührten Cocktails liegt zwischen 2 und 4, bei geschüttelten Drinks zwischen 0 und 2 °C, bei im Mixer (Blender) zubereiteten Frozen Drinks zwischen −6 und 0 °C.[45]:85

Zubereitung

Barwerkzeuge (von links nach rechts): (1) Champagnerverschluss, (2) Küchenmesser, (3) Eiszange, (4) Eisschaufel, (5) Eiseimer, (6) kleiner Barlöffel, (7) Cocktailspieß, (8) Jigger, (9) Teesieb, (10) Boston-Shaker (Metallbecher), (11) Barlöffel, (12) Einhand-Zitruspresse, (13) Barsieb, (14) Zestenreißer / Juliennereißer mit Kanneliermesser, (15) Boston-Shaker (Mixglas), (16) Stößel, (17) Zitronenpresse, (18) Muskatreibe, (19) Sparschäler, (20) Kellnermesser.

 

Charakteristisch für alle Cocktails ist, dass sie erst unmittelbar vor dem Genuss einzeln und individuell für den Gast zubereitet werden. Eine Ausnahme bilden lediglich Punch und Bowlen. Bei der Zubereitung werden sowohl gewöhnliche Küchengeräte als auch einige spezielle Barwerkzeuge verwendet.

Abmessen der Flüssigkeiten

Abmessen mit einem Jigger.

 

Das exakte Abmessen der flüssigen Zutaten erfolgt mit einem Messbecher (Jigger) oder durch sogenanntes Freepouring. Mittels Ausgießern, die auf die Flaschen gesteckt werden, lassen sich dabei mit einiger Übung die ausgegossenen Mengen genau dosieren. Geübte Barkeeper können dadurch sogar beidhändig arbeiten und ihr Arbeitstempo beschleunigen.

 

In Rezepten werden Flüssigkeitsmengen im deutschsprachigen Raum meist in Centilitern (cl) angegeben, international auch oft in Millilitern (ml), in den USA in (US) fluid ounces (fl. oz. oder oz, wobei 1 oz etwa 29,6 ml, in der Praxis also gerundet 3 cl entspricht). Dieses Maß wurde auch Pony genannt. Weitere historische Barmaße sind dram (dr) = ⅛ oz (≈ 3,7 ml), teaspoon (tsp) = 2 dr = ⅙ oz oder 12 Dashes (≈ 5 ml), tablespoon (Tbsp) = ½ oz. (≈ 15 ml), jigger (jig) = 3 Tbsp = 1,5 oz. (≈ 45 ml), cocktail glass = oft 2 oz (≈ 60 ml), wineglass = oft 2 oz (≈ 60 ml), gill (gi) ≈ 120 ml, split = ¼ oder ½ Weinflasche (bei einer 0,2 gal-Flasche also 6,3 oz. ≈ 187 ml, bzw. 12,6 oz. ≈ 375 ml), cup (cp) = 2 gi = small tumbler = 4 oz. (≈ 240 ml), pint (pt) = large tumbler = 2 cp = 16 oz. (≈ 480 ml), quart (qt) = 2 pt = 32 oz (knapp 1 Liter), gallon (gal) = 16 cp = 4 qt (≈ 3,8 Liter).[46] Die alte britische imperial ounce ist kleiner (1 oz. ≈ 28,4 ml) als die amerikanische, da 1 (imp.) gill jedoch 5 oz. entspricht, sind pint, quart und gallon jeweils 20 % größer. Mit der Angabe Shot können in Cocktail-Rezepten unterschiedliche Mengen gemeint sein, meist 1 oder 1 ½ oz, Simon Difford empfiehlt für seine Rezepte 25 ml.

 

Seltener wird die Zusammensetzung eines Drinks in Zehntel- oder Sechstel-Teilen (engl. part) oder Bruchteilen vom Ganzen (½, ⅓, ¼ etc.) vermerkt. Darüber hinaus sind folgende Angaben international üblich:

 

    1 Barlöffel (kurz BL, engl. barspoon, kurz bsp) = etwa 0,5 cl (1 größerer Teelöffel). Die stößelartige Rückseite vieler Barlöffel eignet sich zudem zum Andrücken von Früchten, Kräutern oder Zuckerwürfeln.

    1 Dash = 1 Spritzer. Je nach Flüssigkeit kann die tatsächliche Menge dabei zwischen wenigen Tropfen (bei Bitters) und einigen ml variieren, ist aber meist geringer als 1 BL.

 

Stößeln („muddeln“)

 

Seit den 1990er Jahren werden zunehmend frische Zutaten in Bars verwendet und eine neue Technik trat hinzu: das Zerstoßen oder „muddeln“ mit einem Stößel (engl. muddler). Mit diesem etwa 20 cm langen Mörser aus Holz, Metall oder Kunststoff werden im Shaker die Aromen aus Früchten, Kräutern oder Gewürzen extrahiert. So zerdrückt man beispielsweise die Limettenstücke in einer Caipirinha, um ihren Saft und ätherische Öle aus der Schale freizugeben.

Mixen und Kühlen

Barkeeper beim „Werfen“ eines brennenden Blue Blazer Cocktails.

Abseihen von Cocktails mit Hilfe eines Strainers (Barsieb)

Cocktailschalen werden vorgekühlt, da das Mix-Eis im Shaker zurückbleibt.

 

Um die Zutaten zu vermischen und rasch herunterzukühlen, haben sich verschiedene Grundtechniken herausgebildet:

 

    schütteln (shaken): Die häufigste Zubereitungsart, vor allem für Cocktails, die Säfte, Ei oder Sahne enthalten. Ein Cocktail-Shaker wird mit Eiswürfeln und den flüssigen Zutaten gefüllt, verschlossen und etwa 10 bis 20 Sekunden lang − bei schwer vermischbaren Zutaten wie in einem Ramos Gin Fizz auch länger − kräftig geschüttelt. Hard shake bezeichnet besonders kräftiges Schütteln, eine Technik, die vor allem der japanische Barkeeper Kazuo Uyeda perfektioniert hat. Bei einem Dry shake wird ausnahmsweise zunächst ohne Eis (jedoch oft mit der Metallspirale eines Barsiebes im Shaker) geschüttelt, damit mehr Schaum entsteht. Beim Speedshake, der vor allem in Discos und beim Flairbartending für große Fancy- und Karibik-Drinks Anwendung findet, wird nur ein Shaker-Oberteil auf das spätere Gästeglas gesetzt und direkt darin geschüttelt. Der so entstandene Drink wird dann nicht mehr abgeseiht, sondern ausnahmsweise mit dem Shake-Eis serviert.

    rühren (engl. stir): Cocktails, die nur alkoholische Zutaten enthalten, welche sich leicht miteinander verbinden, werden in der Regel auf Eis gerührt, da sie beim Schütteln trüb würden. Dies geschieht in einem dickwandigen, großen Rührglas oder dem Glasteil eines Boston Shakers mit Hilfe eines langstieligen Barlöffels. Klassische Beispiele sind Martinis und Manhattan.

    mixen (engl. blend): Alle Zutaten werden, meist mit Crushed Ice, in einem Standmixer (engl. blender) vermischt. Übliche Technik für Frozen Drinks, Tiki-Cocktails und generell Cocktails, deren Zutaten sich sonst nur schwer verbinden, z. B. Piña Coladas.

    (im Glas) bauen (engl. build in glass): Die flüssigen Zutaten werden auf Eis direkt im Gästeglas durch kurzes Rühren miteinander vermischt. Häufig bei Longdrinks mit wenigen Zutaten (z. B. Spirituose und Saft), solche mit kohlensäurehaltigen Fillern, die nicht geschüttelt werden dürfen, wie Highballs, Collinses und Champagner-Cocktails und Drinks mit rein alkoholischen Zutaten, die aber ohnehin auf Eis serviert werden, z. B. Rusty Nail.

    schichten (engl. layer): Eine Besonderheit bilden Pousse Cafés, bei denen mehrere Liköre mit Hilfe eines Barlöffels vorsichtig übereinander geschichtet werden, so dass sie sich im Glas nicht vermischen. Hierbei wird ausnahmsweise kein Eis verwendet.

    werfen (engl. throw): eine im 19. Jahrhundert verbreitete Technik, bei der sich die Zutaten vermischen, indem man sie mehrmals – oft publikumswirksam in hohem Bogen – von einem in einen anderen Becher gleiten lässt. Cocktails mit Sahne, Fruchtsäften, Eier und Sirups sollten jedoch besser geschüttelt werden.

 

Abseihen und Servieren

 

Sofern nicht schon im Gästeglas gemixt wurde, wird die fertige Mischung schließlich in ein passendes Glas abgeseiht (engl. strain): dabei hält ein Barsieb (engl. Strainer) das angeschmolzene Eis im Shaker zurück oder es wird ein dreiteiliger Cocktail-Shaker mit integriertem Sieb im Oberteil verwendet. Das Eis im Shaker wird stets weggeschüttet. Beim doppelt Abseihen (engl. double strain oder finestrain) wird unter das Barsieb noch ein kleines, engmaschiges Küchensieb (Teesieb) gehalten, um auch feinste Eissplitter oder kleine Partikel frischer Zutaten wie Kräuter, Gewürze oder Früchte herauszufiltern.

 

Bei Longdrinks dient dann frisches Eis im Trinkglas dazu, das Getränk weiter kühl zu halten. Eiswürfel haben dabei nicht, wie oft angenommen wird, den Zweck, eine größere Füllmenge vorzutäuschen und dem Gast vermeintlich teure Flüssigkeit vorzuenthalten, sondern ein schnelles Abschmelzen und Verwässern des Drinks zu verhindern.[45]:63 Klassische Shortdrinks werden hingegen in der Regel „straight up“, also ohne Eis getrunken, das gilt insbesondere, wenn in einem Stielglas wie Cocktail- oder Martinischale, Margaritaglas, Sourglas etc. serviert wird. Diese Gläser werden oft vorgekühlt, indem man sie bis zur Verwendung im Gefrierschrank aufbewahrt oder während der Zubereitung des Drinks mit Eis und etwas kaltem Wasser füllt, welches vor dem Abseihen weggeschüttet wird. Werden Drinks auf Eiswürfeln serviert, heißt das on the rocks.

Siehe auch: Barwerkzeug

Cocktailgläser

Martinigläser auf der Theke

Margaritas im typischen Glas mit Salzrand

Negroni im kleinen Tumbler mit Orangenzeste

 

Grundsätzlich wird jeder Cocktail in einem passenden, sauberen, trockenen und ggf. vorgekühlten Glas serviert. Anders als bei Wein, Sekt oder Champagner üblich wird grundsätzlich nicht nachgefüllt, sondern für jeden Drink ein frisches Glas verwendet. Ausnahmen bilden lediglich Punch, Bowlen und sogenannte Pitcher Drinks, welche in einem Krug für eine größere Runde auf den Tisch kommen.

 

Man unterscheidet unter anderem:

 

    Cocktailschale (Cocktailglas, Coupette): Stielglas, im Volumen etwas größer als das Martiniglas, jedoch mit bis zu 20 cl Füllmenge meist kleiner als eine Sektschale, für Cocktails und die meisten klassischen Shortdrinks.

    Martiniglas (auch Martinikelch, Cocktailspitz, engl. auch V-Shape): kegelförmiges Glas mit Stiel mit ca. 15 cl Füllmenge (zu den Füllmengen vgl. „Cocktailian“[36]:48-51). Verwendung für klassische Shortdrinks, insbesondere klare, durchsichtige Getränke wie Martinis und Manhattans, die im Martiniglas stets ohne Eis serviert werden.

    Tumbler (auch Old-Fashioned-Glas, Whiskyglas): Becherglas mit meist ausgeprägtem Bodeneis. In kleineren Tumblern (Füllmenge ca. 25 cl) werden Spirituosen pur oder auf Eis („on the rocks“), in größeren (auch double old fashioned, DOF oder D.O.F. genannt, Füllmenge bis ca. 45 cl) größere gemixte Drinks mit Eiswürfeln oder einer großen Eiskugel serviert.

    Fizzglas: schmales, kleines Becherglas für Fizzes mit maximal 25 cl Füllmenge.

    Longdrinkglas: Becherglas für Longdrinks.

        Highballglas: mittelgroßes Becherglas, unter anderem für Highballs.

        Collinsglas: großes Becherglas für Collinses und andere Longdrinks.

    Sourglas: ähnlich einem größeren Sherryglas oder einer kleinen Sektflöte, ca. 20 cl Füllmenge, für Sours, sofern nicht auf Eis im Tumbler serviert.

    Hurricaneglas, Fancyglas, Ballonglas: bauchige Gläser für große, fruchtige oder sahnige Cocktails, Tropical- und Fancy-Drinks.

    Punschglas, Bowlenglas: Für „Punch“ wurden im 18. Jahrhundert gern kleine Stielgläser verwendet, Bowlengläser sind oft tassenförmig und haben einen Henkel.

    Grogglas: Glas mit Henkel für heiße Flüssigkeiten.

    Irish-Coffee-Glas: feuerfestes Stielglas (ähnlich einem kleinen Weißweinglas mit kurzem Stiel) speziell für Irish Coffee.

    Schaumweinglas, Champagnerglas, Sektglas, Sektflöte, Sektschale: hohe, schmale Stielgläser für Schaumwein. Champagnergläser sind meist etwas größer und bauchiger als Sektgläser, Sektflöten sind V-förmig. Sektschalen sind flach und breit geöffnet, jedoch etwas größer als Cocktailschalen.

    Schnapsglas: für Kurze (Shots, Shooter), Standardgläser mit 2 oder 4cl Füllmenge.

    Nosing-Glas: kleines tulpenförmiges Glas zum Verkoisten und zum Pur-Genuss von Spirituosen.

    Silberbecher: für Juleps und wenige spezielle Drinks wie den Prince of Wales.

 

Siehe auch: Cocktailglas

Dekoration

Orangenspirale und Limettenscheibe

Dekoration mit Cocktailkirschen

Eine Piña Colada im Hurricane-Glas mit passender Fruchtgarnitur am Cocktailspieß

Cocktailglas mit Zuckerrand

 

Neben dem richtigen Glas bietet vor allem die Dekoration die Möglichkeit, den Cocktail ins rechte Licht zu rücken. Klassische Cocktails erhalten dabei in der Regel nur eine sparsame, teilweise gar keine Dekoration, was auch damit zusammenhängen mag, dass in ihrer Entstehungszeit keine vergleichbar große Auswahl an frischem Obst und anderen frischen Zutaten das ganze Jahr über verfügbar war, wie wir es heute kennen.[45]:76 Besonders üppig werden oft Fancy-Drinks und tropische Cocktails dekoriert, wobei Charles Schumann warnt: „Ein Cocktail ist für mich kein Obst- und Gemüsesalat und schon gar nicht geeignet für Regenschirmchen oder Nationalflaggen. Amerikaner, die sich vor der Phantasie solcher Barmänner fürchten, verlangen deswegen bei ihren Drinks 'no vegetables please'.“[43]:261 Früchte werden dabei meist an einem Cocktailspieß befestigt.

 

Typische Cocktailgarnituren sind

 

    Zitrusfrüchte (Zitronen, Limetten, Orangen, je nachdem, welcher Saft im Drink enthalten ist)

        Zeste, Twist: ein meist daumengroßes, sehr dünnes Stück der äußeren Schale (ohne das bittere Weiße, engl. pith) unbehandelter Früchte. Oft werden Shortdrinks mit einem Twist „abgespritzt“, indem man die Enden des Schalenstücks rasch gegeneinander verdreht (engl. twist), damit die heraus spritzenden ätherischen Öle die Oberfläche des Cocktails benetzen. Ebenso wird auch oft der Glasrand eingerieben und die Zeste anschließend in den Drink gegeben. Eine Besonderheit ist das „Flambieren“ (engl. flame) eines Drinks: dazu wird eine zuvor erwärmte Twist ruckartig zusammengepresst und gleichzeitig eine Streichholz- oder Feuerzeugflamme über den Drink gehalten, so dass der feine Nebel aus ätherischen Ölen mit heller Flamme verpufft – ein vor allem optischer, aber auch olfaktorischer Effekt.

        Scheibe: wird oft an den Glasrand gesteckt oder hineingegeben

        Spirale: mit einem Zitronendekoriermesser wird ein langes, dünnes, spiralförmiges Schalenstück abgeschnitten und meist über den Glasrand gehängt.

        Spalte, Schnitz (engl. wedge): eine Limette oder Zitrone wird je nach Größe längs in Viertel, Sechstel oder Achtel geteilt und der Schnitz dann oft über dem Drink ausgedrückt und danach hineingegeben.

    Cocktailkirsche: Sie wird entweder in den Drink gegeben oder, oft zusammen mit anderen Früchten, auf einem Spieß am Glasrand befestigt. Bevorzugt werden zuvor in Maraschino eingelegte Kirschen anstelle der künstlich gefärbten, kandierten Belegkirschen verwendet.

    frische Minze: hat nicht nur einen dekorativen Effekt, beim Trinken strömt ihr Aroma in die Nase.

    frische Früchte: ganze Physalis, Beeren, Kirschen, Weintrauben; Scheiben, Spalten oder Stücke von Ananas, Kiwis, Melonen, Karambole, Feigen, Kumquats, Äpfeln, Birnen usw. Früchte werden entweder direkt an den Glasrand gesteckt oder auf einem Cocktailspieß befestigt und auf das Glas gelegt. Sie eignen sich auch zur Herstellung von kleinen Figuren.

    essbare Blüten: frisch, getrocknet oder in Sirup eingelegt von ungespritzten Pflanzen, z. B. von Apfel, Begonie, Chrysanthemen, Dahlien, Fenchel, Gänseblümchen, Gladiolen, Herbstastern, Holunder, Jasmin, Kapuzinerkresse, Koriander, Lavendel, Löwenzahn, Rosen, Rosmarin, Salbei, Thymian, Veilchen oder Zwiebeln.[45]:83

    Muskatnuss: wird frisch auf die Schaumkrone eines Drinks gerieben, historisch besonders beliebt bei Rum Punches (siehe Punsch), aber auch auf sahnigen Drinks wie dem Alexander.

    Kakaopulver: auf den Cocktail gestäubt, bei sahnigen Dessertdrinks beliebt, z. B. Golden Cadillac.

    Zuckerrand, Salzrand: der oberste Glasrand wird befeuchtet, in dem man beispielsweise ein Stück Zitrone oder Limette darüber reibt, anschließend wird die Außenseite des Glases vorsichtig in feinem Zucker, Vanillezucker, Zimtzucker, gefärbtem Zucker oder Salz gewendet, so dass am oberen Rand eine wenige Millimeter breite Kruste entsteht. Ein Zuckerrand ist typisch für Crustas, ein Salzrand für Margaritas.

 

Grundsätzlich muss die Dekoration farblich, geschmacklich und in der Größe zum Drink und seinen Zutaten passen. Garnituren sollten größtenteils essbar (jedoch nicht sättigend) sein und aus wenigen Elementen bestehen.

 

Für einige Klassiker haben sich feste Garnituren etabliert. So enthält ein Martini Dry eine (bevorzugt nicht gefüllte!) Olive am Cocktailspieß, alternativ wird der Drink mit einer Zitronenzeste abgespritzt und diese anschließend hineingegeben (engl. twist & drop). Ein Gibson ist ein Martini mit Perlzwiebeln, in den Manhattan gibt man eine Cocktailkirsche, in einen Pimm’s Cup oft ein Stück Gurkenschale, ein Mint Julep wird mit einem Minzsträußchen verziert, eine Margarita mit Salzrand sowie Limettenschnitz oder -scheibe, Sours oft mit einer Cocktailkirsche.

 

    Limettenspirale

 

    Zitrusscheiben

 

    Orangenzesten

 

    Limettenspalte

 

    Maraschinokirsche

 

    Figur zum Befestigen von Obst am Glasrand

 

    Schirmchen gelten als Fauxpas

 

    Cocktail-Trinkhalme

 

Viele Longdrinks werden mit Trinkhalm serviert, teilweise tritt noch ein Rührstab (engl. Stirrer) hinzu, mit dem der Gast seinen Drink selbst umrühren kann. Shortdrinks, zumal solche in Stielgläsern, die ohne Eis serviert werden, benötigen keinen Trinkhalm; bei Drinks, die auf Crushed Ice serviert werden, ist er hingegen immer erforderlich. Fancy-Drinks und Tropicals werden oft mit zwei Trinkhalmen oder solchen mit großem Durchmesser serviert, da ein dünner Halm durch Fruchtstückchen oder Eis verstopfen könnte.

 

Da sich an Cocktailgläsern durch die kalte Flüssigkeit Kondenswasser bildet, werden sie auf Untersetzern oder einer kleinen Cocktailserviette abgestellt.

Literatur

 

Folgend einige der wichtigsten Standardwerke. Literatur speziell zur Geschichte des Cocktails ist im entsprechenden Abschnitt aufgeführt.

 

    Helmut Adam, Jens Hasenbein, Bastian Heuser: Cocktailian. Das Handbuch der Bar. Tre Torri, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-941641-41-9. Neben einem geschichtlichen Überblick fassen die Autoren der Fachzeitschrift Mixology das aktuelle Fachwissen zusammen und liefern Hintergrundinformationen zu den Rezepten, die nach 13 „Schlüsselcocktails“ der populärsten Getränkekategorien geordnet sind.

    Simon Difford: Cocktails #10. Odd Firm of Sin (Selbstverlag), London 2012, ISBN 978-0-9556276-2-0 (englisch). Umfangreiche Darstellung von Arbeitstechniken, gefolgt von der größten international orientierten Rezeptsammlung mit über 3.000 bewerteten und abgebildeten Drinks; die Markennennungen in den Rezepten beruhen allerdings auf Sponsoring. Die Rezeptdatenbank ist auch online auf www.diffordsguide.com verfügbar.

    André Dominé: Das ultimative Barbuch. Die Welt der Spirituosen und Cocktails. h.f.ullmann publishers (Tandem Verlag), Potsdam 2008, ISBN 978-3-8331-4802-6. Schwerpunkt ist die umfangreiche Warenkunde mit ausführlicher Darstellung von Herstellung und Besonderheiten der verschiedenen Spirituosengattungen sowie kurzen Informationen zu fast allen bekannten Einzelmarken.

    David A. Embury: The Fine Art of Mixing Drinks. 2. Auflage. Mud Puddle Books, New York 2009, ISBN 978-1-60311-164-5 (englisch). Nachdruck der 3. Ausgabe (1958) des erstmals 1948 erschienenen einflussreichen Standardwerks, mit neuen Vorworten von Robert Hess und Audrey Saunders.

    Stephan Hinz: Cocktailkunst – Die Zukunft der Bar. Fackelträger Verlag, Köln 2014, ISBN 978-3-7716-4553-3. Umfangreiches Fachwissen zu allen Aspekten des Mixens und Trinkens, Warenkunde zu den wichtigen Spirituosengattungen und weiteren Zutaten, über 250 klassische und moderne Rezepte sowie ein Sonderteil „Flüssige Sternenküche“.

    Jim Meehan, Chris Gall: Das geheime Cocktail-Buch. Gestalten Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-89955-436-6. (Englischsprachige Originalausgabe: The PDT Cocktail Book. Sterling Epicur, New York 2011, ISBN 978-1-4027-7923-7.) Verfasst vom Betreiber der New Yorker Speakeasy-Bar Please Don’t Tell (PDT) und illustriert vom Künstler Chris Gall bietet das Buch Basiswissen, Warenkunde und gut 250 überwiegend klassisch orientierte Rezepte.

    Charles Schumann: Schumann’s Bar. Collection Rolf Heyne, München 2011 (1. Auflage), ISBN 978-3-89910-416-5. Überarbeitete Neuauflage des in den 1990er Jahren als „Bar-Bibel“ bekannten Vorläufers American Bar (1991) mit 500 überwiegend klassischen Rezepten und einer neuen Warenkunde von Stefan Gabányi.

 

Weblinks

 Commons: Cocktails – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 Wikibooks: Cocktails – Lern- und Lehrmaterialien

 Wiktionary: Cocktail – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

 

    Cocktail-Portal im Koch-Wiki

    Linkkatalog zum Thema Cocktails bei DMOZ

    Official Cocktails (englisch) Offizielle Cocktails der International Bartenders Association mit Grundrezepten.

    Kostenlose Cocktailbücher Linkliste zu (überwiegend historischen) Cocktailbüchern, abgerufen am 27. September 2011.

 

 

Ein wichtiger Meilenstein in der Cocktailgeschichte ist ein Buch: 1862 veröffentlichte Jerry Thomas seine legendäre Rezeptsammlung How to Mix Drinks, or the Bon Vivant’s Companion.[25] Zuvor war Thomas schon mehrere Jahre lang als Barkeeper quer durch die Vereinigten Staaten getingelt. In seinem Buch hatte er zahlreiche Mixrezepte gesammelt und kategorisiert. Erstmals war damit eine Art „offizieller Kanon“ der nordamerikanischen Mixgetränke entstanden. Das Buch verbreitete sich in mehreren Auflagen und zahlreichen, teilweise nicht autorisierten Nachdrucken sehr schnell, sogar bis zurück nach Europa. Zu Jerry Thomas’ Zeiten war der Cocktail übrigens immer noch ein Alltagsgetränk, es gab ihn sogar fertig in Flaschen und man konnte ihn auf einen Ausflug oder zu einem Picknick mitnehmen:

 

    „The cocktail is a modern invention and is generally used on fishing and other sporting parties, although some patients insist that it is good in the morning as a tonic.“

 

    „Der Cocktail ist eine moderne Erfindung und wird allgemein zum Fischen und zu anderen sportlichen Veranstaltungen mitgenommen, obwohl einige Patienten darauf bestehen, dass ein morgendlicher Cocktail ein gutes Stärkungsmittel ist.“

 

– Jerry Thomas[26]

 

Die Phase bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wird von vielen Autoren auch als das „Goldene Zeitalter der Cocktails“ bezeichnet. Anders als in Europa war es in Nordamerika damals üblich, Essen und Trinken in der Gastronomie zu trennen – es gab einerseits Restaurants, andererseits Saloons und Bars, die hauptsächlich Alkohol ausschenkten und dazu höchstens kleine Häppchen als kostenlose Beigabe reichten. Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861–1865) schritt die Erschließung des „Wilden Westens“ weiter voran. Immer neue Städte mit ihren Bars und Saloons entstanden, beispielsweise entlang der Eisenbahnlinien, die seit 1869 die westlichen Bundesstaaten wie das 1850 aufgenommene Kalifornien mit denen im Osten verbanden.

 

Der Cocktail wandelte sich in dieser Zeit zum Oberbegriff für eine Vielzahl von Mixgetränken. Gleichzeitig professionalisierte sich der Berufsstand der Barkeeper und noch heute gültige Techniken bei der Zubereitung etablierten sich. Auch die ersten Cocktail-Shaker kamen auf und wurden sogar patentiert. Viele heute noch bekannte Klassiker wie der Martini bzw. dessen Vorläufer, der Martinez, der Old Fashioned und der Manhattan entstanden in jenen Jahren.

 

Mit einiger Verzögerung erreichte die Cocktail-Welle auch das kontinentale Europa, wo man die neuen Mixgetränke zunächst als „American Mixed Drinks“ bezeichnete. Die erste Definition eines Cocktails in deutscher Sprache findet sich in einem Kochlexikon aus dem Jahr 1886:

 

    „Cock-tail. Ein in Amerika sehr beliebtes Getränk, eine Art kalter Grog, welchen man aus Brandy, Bitter-Liqueur, Eis und Zucker zusammensetzt; zuweilen wird anstatt des Bitters auch Pfefferminz Liqueur genommen. Man hat Brandy-Cocktail, Whisky-Cocktail, Gin-Cocktail usw. je nachdem man zu einem Glase dieses Getränks Cognac oder anderen Branntwein nimmt. Das Verfahren ist folgendes: Man thut in ein Glas etwa zwei bis drei Esslöffel klargekochten Zucker-Sirup, drei Esslöffel Bitterliqueur, guten Pomeranzenbitter oder Magenbitter, ein Weinglas Cognac, Gin, oder Whisky, und ein Stück dünn abgeschälte Citronenschale, füllt das Glas zu einem Drittel mit gestoßenem Eis, schüttet das Getränk einige Mal hin und her, seith es durch und gießt es in ein großes Weinglas.“

 

– Universal-Lexikon der Kochkunst, Band 1, Leipzig 1886.[6]:73

Literatur zur Geschichte der Cocktails

 

    Dietrich Bock: Erlesene Cocktails für private Gäste. Selbstverlag, Erkrath-Hochdahl 1997, ISBN 3-00-001901-4. Erste anhand von Originalquellen umfassend recherchierte, deutschsprachige Darstellung der Geschichte des Cocktails, der amerikanischen Trinkkultur des 19. Jahrhunderts und seiner Verbreitung in Europa.

    Stefan Gabányi: German Bar Culture, in: Mixologist. The Journal of the European Cocktail, Vol. 3. Mixellany, London 2009, ISBN 978-1-907434-00-6, S. 121−126 (englisch). Kurze Übersicht zur Entwicklung der Mixgetränke in Deutschland.

    William Grimes: Straight up or on the Rocks. The Story of the American Cocktail. North Point Press, New York 2001, ISBN 0-86547-601-2 (englisch).

    Anistatia Miller, Jared Brown: Eine Tour de Force. In: Helmut Adam, Jens Hasenbein, Bastian Heuser: Cocktailian. Das Handbuch der Bar. Tre Torri, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-941641-41-9, S. 19–41. Zeitleiste zur Entwicklung der Mixgetränke.

    Anistatia Miller, Jared Brown: Spirituous Journey. A History of Drink. Band 1: Book One: From the Birth of Spirits to the Birth of the Cocktail. Mixellany, London 2009, ISBN 978-0-9760937-9-4; Band 2: Book Two: From Publicans to Master Mixologists. Mixellany, London 2009, ISBN 978-1-907434-06-8 (englisch). Ausführliche Geschichte der Spirituosenherstellung und Mixgetränke.

    David Wondrich: Imbibe! From Absinthe Cocktail to Whiskey Smash, A Salute in Stories and Drinks to „Professor“ Jerry Thomas, Pioneer of the American Bar. Perigee (Penguin Group), New York 2007, ISBN 978-0-399-53287-0 (englisch). Umfassende Darstellung der Entwicklung der Barkultur in den Vereinigten Staaten des 19. Jahrhunderts anhand von historischen Cocktailrezepten.

 

Einteilung

 

Seit jeher wird versucht, alkoholische Mixgetränke in Gruppen einzuteilen: schon Jerry Thomas sortierte die Rezepte in seinem Handbuch für Barkeeper von 1862 – dem frühesten seiner Art − in verschiedene Kategorien und definierte Punch; Egg Nogg; Juleps; The Smash; The Cobbler; The Cocktail and Crusta; Mulls and Sangarees; Toddies and Slings; Fixes and Sours; Flip, Negus and Shrub; alkoholfreie Getränke fasste er als Temperance Drinks zusammen. Doch trotz der vielen Gruppen kannte Thomas schon damals viele Drinks, die sich nicht eindeutig zuordnen ließen, so dass er über 50 Rezepte als Fancy Drinks (etwa „Phantasiegetränke“, von engl. fancy = ausgefallen, originell) aufführte und zwei weitere Dutzend als Miscellaneous Drinks („verschiedene Getränke“).[27] „Cocktail“ war im 19. Jahrhundert also nur die Bezeichnung für eine von vielen Untergruppen alkoholischer Mixgetränke. Die Kategorie nahm aber zunehmend mehr Raum ein – in der 1887er Ausgabe des Buches stellten „Cocktails“ bereits die erstgenannte Drink-Gruppe und die Zahl der Rezepte hatte sich gegenüber 1862 verdoppelt.[28]

 

Auf Barkarten und in der Literatur wurden und werden Cocktails seitdem nach ganz unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst und eingeordnet. Allerdings ergibt sich gerade bei neuen Drinks, die keine eindeutige Ähnlichkeit mit bekannten Klassikern aufweisen, die Schwierigkeit einer Zuordnung. Sie werden dann, wie schon bei Jerry Thomas, meist als Fancy Drinks zusammengefasst. Viele Rezeptbücher verzichten komplett auf eine Kategorisierung und führen alle Drinks in alphabetischer Reihenfolge auf. Auf Barkarten wird überwiegend nach Basisspirituosen sortiert, und nur einige populäre Kategorien wie Aperitifs oder After-Dinner-Drinks sind gesondert aufgeführt.[29]

Der Sidecar, ein klassischer Shortdrink

Der Gin Tonic ist ein typischer Longdrink. Der Highball besteht aus Gin und Tonic Water als Filler.

Auch der Tequila Sunrise ist ein Longdrink – hier in einem bauchigen Fancy-Glas serviert

Nach Volumen: Shortdrinks und Longdrinks

 

Sehr häufig wird zwischen Shortdrinks und Longdrinks unterschieden. Als Shortdrinks gelten Mixgetränke, die bis zu 10 cl Flüssigkeit enthalten. Sie weisen regelmäßig einen hohen Anteil alkoholischer Zutaten auf und werden überwiegend „straight up“, also ohne Eis, in Cocktailschalen mit Stiel serviert. Oft wird auch das Wort Cocktail in diesem engen Sinn, also als Oberbegriff für eine Vielzahl von Shortdrinks und im Gegensatz zu Longdrinks verwendet. Longdrinks sind dementsprechend größere Mixgetränke mit mehr als 10 cl, eher noch 15–20 cl Flüssigkeit, z. B. alle Highballs, Collinses oder mit Säften verlängerte Getränke wie Campari Orange. Die Grenzen zwischen Short- und Longdrinks sind naturgemäß fließend und eine große Zahl von Mixgetränken lässt sich nicht klar zuordnen, weil sie keiner der beiden Typisierungen entsprechen.

 

Eine weitere, nach der Größe bestimmbare Drinkgruppe sind die Shooter, Shots oder Kurze, die meist nur aus 2 oder 4 cl Spirituosen, pur oder vermischt, in einem Schnapsglas bestehen und in einem einzigen Zug getrunken werden.

Nach Alkoholgehalt

 

Bei der Einteilung nach Alkoholgehalt werden alkoholfreie Mixgetränke, gelegentlich auch solche mit vergleichsweise wenig Alkohol, von „normalen“ Cocktails abgegrenzt, zum Beispiel auf Barkarten oder in Rezeptbüchern. Als alkoholfrei gelten nach deutschem Lebensmittelrecht Getränke mit weniger als 0,5 % vol. Alkohol. Umgekehrt werden gelegentlich besonders (alkohol)starke Drinks gesondert ausgewiesen. So finden sich auf manchen Barkarten Hinweise, dass von einem Cocktail pro Abend und Gast angeblich nur höchstens zwei oder drei serviert werden (zum Beispiel beim Zombie).

 

Historisch gesehen ist der Begriff „Cocktail“ allerdings eng mit dem Genuss von Alkohol, und zwar insbesondere der Verwendung von Spirituosen (also gebrannten Destillaten, im Gegensatz zu Wein und Bier) verbunden. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als sich das Wort zu einem Oberbegriff für eine Vielzahl von Mixgetränken zu wandeln begann, werden aber auch einige alkoholfreie Mixgetränke als Cocktails bezeichnet. Allerdings geschieht dies stets in Zusammenhang mit und als Abgrenzung zu alkoholhaltigen Drinks, z. B. auf Barkarten oder in Mixbüchern. Demzufolge würde ein Ananas-Kokos-Milchshake – zweifellos ein alkoholfreies Mixgetränk –, der in einer Eisdiele serviert wird, kaum als „Cocktail“ bezeichnet, wohingegen eine Virgin Colada aus Ananassaft, Sahne und Cream of Coconut als alkoholfreie Variante der Piña Colada auf einer Barkarte durchaus als „alkoholfreier Cocktail“ geführt werden könnte. Alkoholfreie Drinks, die wie die Virgin Colada eine alkoholhaltige Entsprechung haben, werden auch als Mocktails bezeichnet. Dabei werden meistens die alkoholischen Zutaten weggelassen (bei der Virgin Colada der Rum), Liköre werden oft durch ähnlich schmeckende Sirups oder Fruchtsäfte ersetzt. Weitere Beispiele für alkoholfreie Cocktails sind Safer Sex on the Beach, Ipanema (Caipirinha mit Ginger Ale statt Cachaça) und Pussy Foot, eine Mischung aus Ananas-, Orangen- und Grapefruitsaft mit Grenadine, die keine alkoholische Entsprechung hat.

Nach Trinkanlass

 

Vor allem im 20. Jahrhundert war es üblich, bei Shortdrinks zwischen Before-Dinner-Drinks und After-Dinner-Drinks zu unterscheiden. Before-Dinner-Drinks genoss man als Aperitif vor dem Essen. Sie sind dementsprechend klein, appetitanregend, alkoholstark und meist herb oder aromatisch, jedenfalls enthalten sie keine sättigenden und zu süßen Zutaten. Das bekannteste Beispiel dürfte der Martini sein. Im Gegensatz dazu trinkt man After-Dinner-Drinks nach dem Essen. Darunter fallen dann Dessert-Cocktails wie der sahnig-süße (Brandy) Alexander, Mischungen mit Likören (z. B. Rusty Nail) oder kräutrig-würzige Drinks, die als Digestif die Verdauung fördern oder erfrischen sollen, z. B. der Brandy Stinger. Gelegentlich wird auch von Medium Drinks gesprochen; gemeint sind Shortdrinks, die sich den vorgenannten Gruppen nicht eindeutig zuordnen lassen und Zitrussäfte enthalten, z. B. der Bronx.

 

Eine Besonderheit stellen die Corpse Revivers (deutsch etwa: „Wiederbeleber“) dar, die nach einem langen Barabend wieder aufbauen und kräftigen sollen. Wie die Katergetränke oder „Katerkiller“ sind sie häufig würzig, z. B. Bloody Mary, Prairie Oyster (unter anderem mit Ei und Ketchup) oder Bull Shot (Wodka, Rinderbouillon).

Nach vorherrschendem Geschmack

 

Häufig anzutreffen ist eine Einteilung von Shortdrinks in die Gruppen dry (trocken = herb), medium (mittel) und sweet (= süß), ein gutes Beispiel sind die verschiedenen Varianten des Manhattan. Darüber hinaus können Beschreibungen wie „aromatisch“, „fruchtig“, „frisch“, „sahnig-cremig“ etc. zur Orientierung auf Barkarten dienen.

Nach Zutaten

Charakteristische Zutat im Mint Julep ist frische Minze.

 

Sehr oft werden Cocktails nach der alkoholischen Grundzutat (Basis) eingeteilt, z. B. in Champagner-Drinks, Wodka-Drinks, Gin-Drinks, Wermut-Cocktails oder auch Tropicals bzw. Tropical Drinks, die fast immer auf Rum, Rhum oder Cachaça basieren. Da die alkoholische Basis (mit Ausnahme von Wodka) in der Regel auch geschmacklich vorherrscht, ist damit zugleich auch eine grobe geschmackliche Einordnung verbunden.

 

Zudem gibt es Drink-Gruppen, für die die Verwendung bestimmter nicht-alkoholischer Zutaten charakteristisch ist. So können Mint Juleps zwar mit verschiedenen Spirituosen (z. B. Bourbon, Rye Whiskey, Cognac) gemixt werden, sie enthalten aber immer Minze oder frische Kräuter (Beispiel Mint Julep), ganz ähnlich wie die Smashes, ebenfalls mit Minze, frischen Kräutern und/oder Fruchtstückchen, die im Shaker zerstoßen werden (z. B. Whiskey Smash). Eggnogs werden, wie schon der Name verrät, mit Eigelb und Sahne oder Milch zubereitet. Drinks mit Sahne bezeichnet man auch als Cream Cocktails (z. B. Golden Cadillac), tropische Drinks mit Cream of Coconut bilden die Gruppe der Coladas (z. B. Piña Colada). Snapper enthalten würzige Zutaten wie Tomatensaft oder Rinderbouillon (z. B. Bloody Mary), Coffee-Drinks werden mit Kaffeelikör oder Kaffee zubereitet wie der White Russian oder Irish Coffee.

 

Gelegentlich wird in der Literatur auch nach der Anzahl der Zutaten differenziert, wenn beispielsweise von der Gruppe der Zwei- und Dreiteiler gesprochen wird.

Nach Zubereitung oder Servierweise

 

Einige Drink-Gruppen lassen sich abgrenzen, weil sie nicht, wie die meisten Cocktails, im Shaker oder Rührglas auf Eis zubereitet werden. Dazu gehören Pousse Cafés, bei denen verschiedene und vor allem verschiedenfarbige Spirituosen, Liköre und Sirups im Glas übereinander geschichtet werden; Frozen Drinks, die im Standmixer (Blender) mit Eis so zubereitet werden, dass eine cremige Masse ähnlich einem Sorbet entsteht (Beispiel: Frozen Daiquiri); Frappés, bei denen regelmäßig nur ein Likör über shaved ice (geschabtem Eis) serviert wird (z. B. Crème de Menthe Frappé); Crustas, die mit breitem Zuckerrand und einer Spirale aus Zitrusschale serviert werden, Hot Drinks, also Heißgetränke wie Irish Coffee oder Grog; Bottled Cocktails, die fertig gemixt in Flaschen abgefüllt werden und bis zur Verwendung nachreifen, sowie schließlich Punches, die typischerweise für mehrere Gäste vorbereitet und wie eine Bowle in einer Schüssel serviert werden (z. B. der bekannte Fish House Punch).

 

Eine besondere Gruppe bilden molekulare Cocktails. Entsprechend der Molekularküche der 1990er Jahre gab es vor einigen Jahren auch an der Bar den Trend, die Textur von Mixgetränken zu verändern, beispielsweise komplette Drinks oder einzelne Bestandteile mit Geliermitteln wie Natriumalginat (E401) oder Agar in Gelees, Gele und Espumas (Schäume) oder mit Hilfe von Calciumlactat (E327) in „Aromaperlen“ zu verwandeln oder sie mit Hilfe von Riboflavin im Dunkeln fluoreszieren zu lassen.[30] Von vielen Barkeepern grundsätzlich abgelehnt, konnte sich diese molekulare Mixologie jedoch nicht durchsetzen und blieb eine vorübergehende Mode. Einzelne Elemente sind jedoch geblieben, zum Beispiel im Sahnesiphon mit Distickstoffmonoxid hergestellte Espumas aus Cocktail-Zutaten.

 

Ein weiterer, seit etwa 2010 zu beobachtender Trend sind gelagerte bzw. fassgelagerte Cocktails.[31] Dabei werden die fertig gemixten Cocktails über längere Zeit – bis zu mehreren Monaten – entweder in verschlossenen Flaschen gelagert, wobei sich die Zutaten anders verbinden als in einem frisch zubereiteten Drink, oder sie reifen in einem Holzfass. Man spricht dann analog zu Spirituosen von barrel aged (fassgelagert), ein ähnlicher Effekt lässt sich durch Zugabe von Holzspänen erreichen, wobei sich der Cocktail im Kontakt mit Holz oft schon binnen Stunden oder Tagen deutlich verändert.[32] Bei der Fasslagerung laufen mehrere Prozesse ab: Infusion, das heißt, Geschmacksstoffe aus dem Holz (vor allem Vanillin) gehen auf den Cocktail über; Oxidation durch Kontakt mit Sauerstoff, wodurch der Cocktail „nussiger“ schmeckt; schließlich Extraktion, wobei das Holz mit der Säure des Cocktails reagiert und der Drink weicher und süßlicher wird.[33]

Nach einer typischen Grundstruktur

Whiskey Sour im Tumbler, bestehend aus Whiskey, Zitronensaft und Zuckersirup.

 

Viele Cocktails lassen sich auch nach einer bestimmten Grundidee bei der Kombination der Zutaten einteilen, die oft schon im Namen deutlich wird.

 

Eine der wichtigsten Cocktailgruppen überhaupt sind die Sours mit der Grundformel Spirituose + Zitrussaft + Zuckerquelle. Maßgeblich ist dabei die Balance zwischen Zitrussäure und Zucker, jenen Aromen also, die „das unsichtbare Netz fast des gesamten Mischgetränkekosmos bilden“[34] und ihr Zusammenspiel mit der Basisspirituose. Beispiele für „reine“ Sours sind Whiskey Sour und Daiquiri. Bei unzähligen weiteren Drinks und Drinkgruppen wird die Grundstruktur des Sours variiert oder erweitert: So kann anstelle von Zucker und Spirituose auch ein Likör mit Zitrussaft kombiniert werden. Für diese Drinks versuchte der Autor Gary „Gaz“ Regan den Begriff International Sour zu etablieren; Likör-Sours mit Orangenlikör nannte er New Orleans Sours (Beispiele: Margarita und Cosmopolitan).[35]:159–162 Ein Crusta wiederum ist ein Sour mit Likör und Bitters, der stets mit Zuckerrand und einer großen Zitruszeste serviert wird, die innen am Glasrand liegt, z. B. Brandy Crusta. Ein verlängerter, mit Sodawasser „aufgespritzter“ Sour heißt Fizz, z. B. Gin Fizz. Auch die vielen Collinses (Tom Collins, John Collins etc.) sind mit Sodawasser verlängerte Sours, jedoch größer als ein Fizz. Diese Longdrinks werden stets auf Eiswürfeln serviert und oft direkt im Gästeglas zubereitet.

 

Weitere Cocktailgruppen mit charakteristischer Grundstruktur sind:

 

    Batida, bestehend aus einer Spirituose (typischerweise Cachaça), Zucker und frischen Früchten (Beispiel: Caipirinha, eigentlich eine Batida de Limao).

    Crusta, von den Zutaten einem Sour ähnlich, werden Crustas mit einem breiten Zuckerrand und einer Zitrusspirale im Glas serviert.

    French-Italian-Drink mit Wermut oder einem wermutähnlichen Weinaperitif (wie Lillet), ggf. Spirituose + Modifier (Beispiele: Martini, Manhattan).

    Highball: Ursprünglich eine Bezeichnung für mit Sodawasser oder einem kohlensäurehaltigen Softdrink „verlängerte“ Spirituosen, mit Eis traditionell im Highballglas, einem mittelgroßen Becherglas serviert. Beispiele: Whiskey Highball (Whiskey und Soda oder Ginger Ale), Brandy Soda, Gin Tonic, Moscow Mule. Der Begriff wird aber unterschiedlich verwendet, teilweise werden alle einfachen Longdrinks unabhängig von der Größe, oder Mischungen mit verschiedensten Zutaten als Highballs bezeichnet. Highballs mit Orangensaft als Filler nennt Gary Regan Florida Highball (z. B. Harvey Wallbanger), solche mit Cranberrysaft New England Highball (z. B. Sex on the Beach).[35]:146–148,

    Rickeys: Ein Rickey war ursprünglich ein Highball aus einer Spirituose und Sodawasser, der zusätzlich etwas Limettensaft enthielt.

 

Andere, früher häufig verwendete Kategorien sind heute beinahe verschwunden oder leben nur noch im Namen einzelner Mixgetränke fort. Beispiele:

 

    Bishop: Ein Bishop (deutsch Bischof) ist eine Fruchtkaltschale, der Name könnte auf eine Form der Bowlenschüssel zurückgehen, die einer Bischofsmütze ähnelt.

    Cobbler: Ein Cobbler besteht aus einer Basisspirituose (oder Wein), Sirup und ggf. Likör, wird auf gestoßenem Eis im Glas gemixt und meistens reich mit Früchten dekoriert.

    Fix: Ein Fix (Mehrzahl: Fixes) ist im Prinzip ein Sour, wird jedoch auf Shaved Ice (geschabtem Eis) serviert und mit Früchten dekoriert.

    Knickebein: Hier werden eine Basisspirituose und ein Likör mit Eigelb kombiniert. Die Zutaten werden klassisch nicht vermixt, sondern übereinander geschichtet, mit dem rohen Eigelb in der Mitte.

    Negus: Ein Negus besteht aus (Port)wein, Wasser, Zucker und Gewürzen und wird heiß serviert.

    Punch (deutsch Punsch), früher eine beliebte und häufige Getränkegruppe mit vielfältigen Rezepten, heiß oder kalt, die als Gemeinsamkeit neben der alkoholischen Basis Zitrussäfte, Zucker und Wasser enthielten. Punches wurden oft für mehrere Gäste in einer Punchbowl (Bowle oder Schüssel) zubereitet, konnten aber auch als Einzeldrink gemixt werden. Heute sind beispielsweise Planter’s Punches mit sehr vielfältigen Varianten verbreitet.

    Sangaree: Mit diesem veralteten, englischen Begriff werden verschiedene Mixgetränke bezeichnet, denen die Verwendung von Portwein oder Sherry gemeinsam ist, siehe auch Sangría.

    Shrub: Typisch für einen Shrub ist die Verwendung von Fruchtsirup, oft auf Essigbasis hergestellt.

    Sling : Ein Sling bestand ursprünglich (Ende des 17. Jahrhunderts) aus einer Spirituose, Wasser und Zucker und wurde oft mit Muskatnuss bestäubt. Die Urform des Cocktails wurde 1806 als bittered Sling definiert, also ein Sling mit Bitters. Der heute noch beliebte Singapore Sling geht namentlich auf diese Gruppe zurück, seine Rezeptur hat jedoch mit den ursprünglichen Slings nicht mehr viel gemein.

    Toddy: Bezeichnung für sehr unterschiedliche Getränke, zum Beispiel Mischungen aus einer Spirituose, Wasser, Zucker und Muskatnuss, als Hot Toddy ist es ein Grog-ähnliches Heißgetränk.

 

Systematische Ansätze

 

Den Versuch einer systematischen Klassifizierung der bekanntesten Cocktails unternahm 2003 Gary „Gaz“ Regan in seinem Buch „The Joy of Mixology“. Dabei teilte er sie in „Familien“ mit jeweils ähnlicher Grundstruktur bei Zutaten und Zubereitung ein, bemerkte aber selbst dazu: „And remember the first rule of the bartender: Nothing Is Written in Stone“[35]:135 („Denken wir an die oberste Regel des Barkeepers: nichts ist in Stein gemeißelt“). Darauf teilweise aufbauend, identifizierten die Autoren der Fachzeitschrift Mixology 13 sogenannte „key cocktails“ als typische Schlüsselrezepte und verorteten diese in ihrem 2010 erschienenen Standardwerk „Cocktailian“ auf einem geschmacklichen Koordinatensystem mit den Achsen salzig ↔ bitter / herb / trocken und süß ↔ sauer.[36]:165-167 Um diese 13 Drinks gruppierten sie alle weiteren Rezepte der Sammlung, kamen aber wie schon Jerry Thomas 150 Jahre vor ihnen nicht ohne eine Kategorie für sonstige, nicht klassifizierbare Mixgetränke aus („Paradiesvögel und Grenzgänger“).

Weitere Einteilungen

Tiki-Cocktails mit typischen Zutaten. Sie werden oft bunt dekoriert und in besonderen Bechern („Tiki-Mugs“) serviert.

 

Schließlich lassen sich Mixgetränke auch nach ihrer Entstehungszeit (z. B. Prohibitions-Cocktails), Phasen der Cocktailgeschichte (z. B. „klassische“ oder „moderne“ Drinks), Herkunft der Zutaten nach Ländern oder Regionen (z. B. Karibik-Drinks, tropische Cocktails) oder modischen Trends, z. B. Tiki-Drinks, Cuisine Style Cocktails (bei Verwendung frischer Zutaten aus der Küche) und ähnlichem klassifizieren.

 

Für jede Drink-Gruppe können also ganz unterschiedliche Kriterien maßgeblich sein, so dass sich immer die Schwierigkeit ergibt, ein Rezept eindeutig zuzuordnen. Zudem sind auch innerhalb eines Kriteriums die Übergänge fließend – so lassen sich viele „mittelgroße“ Cocktails weder eindeutig als Shortdrink noch als Longdrink klassifizieren.

 

Eine offizielle, allseits anerkannte Systematik von Cocktailgruppen, in die sich jeder Drink zweifelsfrei zuordnen ließe, gibt es demzufolge nicht. Auch der Berufsverband International Bartenders Association (IBA) ordnete seine offiziellen IBA-Cocktails bis 2011 eher willkürlich und keinen einheitlichen Kriterien folgend verschiedenen Gruppen zu und unterschied dabei Pre-Dinner Cocktail, After-Dinner, Long Drink Style, Popular Cocktails sowie einen einzigen Special Cocktail.[37] Ende 2011 wurde die Liste überarbeitet, seither werden die Drinks nur noch sehr grob nach ihrer Entstehungszeit in den drei Gruppen The Unforgettables (unvergessliche Drinks), Contemporary Classics (zeitgenössische Klassiker) und New Era Drinks (etwa: Drinks des neuen Zeitalters) aufgeführt.[38]

Bekannte Cocktails

 

Der US-amerikanische Schriftsteller H. L. Mencken soll einmal behauptet haben, ein Mathematiker habe für ihn und einen Freund ausgerechnet, wie viele Cocktails sich aus dem Bestand einer angesehenen Bar mixen ließen. Er sei auf 17.864.392.788 Kombinationen gekommen: „Wir probierten 273 zufällig ausgewählte, und haben sie sämtlich für gut befunden, wenngleich einige besser als andere“, so Mencken.[39] Zweifellos nicht ganz ernst gemeint, verdeutlicht diese Bemerkung doch eines: die Kombinationsmöglichkeiten für Cocktails sind praktisch unerschöpflich. Rezeptbücher enthalten fast immer viele Hundert, teilweise mehrere Tausend Rezepte,[40] Online-Datenbanken ein Vielfaches davon.[41]

 

Dennoch haben sich über die Jahre Klassiker herausgebildet, die weltweit bekannt sind und deren Grundrezepturen immer wieder als Ausgangsbasis für neue Kreationen und Varianten dienen. Folgend eine Auswahl international bekannter Mixgetränke mit ihren typischen Bestandteilen. Soweit es sich um „Offizielle Cocktails“ der International Bartenders Association handelt, ist dies zusätzlich vermerkt; die Legende zu den IBA-Cocktails findet sich am Abschnittsende.

Champagne Cocktails

 

Champagner- und weitere Schaumwein-Drinks:

 

    Champagne Cocktail:[IBA 1] Champagner, Zucker, Angosturabitter

    Bellini:[IBA 1] Champagner, Zucker, Pfirsich-Fruchtfleisch

    French 75:[IBA 1] Champagner, Gin, Zitronensaft, Zuckersirup

    Kir Royal: Champagner, Crème de Cassis

    Mimosa:[IBA 1] Champagner, Orangensaft

    Prince of Wales: Cognac oder Rye Whiskey, Likör, Angosturabitter, Champagner

    Spritz Veneziano:[IBA 2] Weißwein oder Prosecco, Bitter-Likör, Sodawasser

    Hugo: Prosecco, Holunderblütensirup, Limette, Sodawasser

    Old Cuban: Rum, Limette, Zuckersirup, Angostura, Minze, Champagner

    Airmail: Rum, Limette, Honig, Champagner

    Barracuda:[IBA 2] Prosecco, Rum, Galliano, Limettensaft, Ananassaft

 

Weltweit ein Symbol für Cocktails: der Martini Dry Cocktail mit Oliven.

Der Sazerac ist ein klassischer Shortdrink aus dem 19. Jahrhundert.

 

Aromatische oder trockene Shortdrinks, einschließlich Pre-Dinner-Cocktails (Aperitifs):

 

    (Dry) Martini:[IBA 3] Gin und Wermut

    Dirty Martini:[IBA 2] Variante mit Olivenlake

    Vesper:[IBA 2] Gin, Wodka und Lillet

    Pink Gin: Gin, Angosturabitter

    Derby:[IBA 3] Gin, Pfirsichbitter, Minzeblätter

    Bijou: Gin, Wermut, Chartreuse

    Tuxedo:[IBA 3] Gin, Wermut, Maraschino, Absinth, Orangenbitter

    Bronx: Gin, Wermut, Orangensaft

    Manhattan:[IBA 3] Whiskey, Wermut, Angosturabitter

    Rob Roy: Variante mit Scotch Whisky

    Old Fashioned:[IBA 3] Spirituose, Zucker, Bitters

    Sazerac:[IBA 3] (Rye) Whiskey, Zucker, Peychaud’s Bitters

    Mint Julep[IBA 1]: Whiskey, Zucker, Minze

    Kir:[IBA 1] Weißwein, Crème de Cassis

    Negroni:[IBA 3] Gin, Campari, Wermut

    Americano:[IBA 3] Campari, Wermut, Sodawasser

 

Der Brandy Alexander ist ein typischer After-Dinner-Cocktail der Prohibitionszeit.

 

Süße oder cremige Shortdrinks, einschließlich After-Dinner-Cocktails (Digestifs, Dessert-Cocktails):

 

    Alexander:[IBA 3] Brandy, Kakaolikör, Sahne

    Golden Cadillac: Galliano, Kakaolikör, Sahne

    Golden Dream:[IBA 1] Galliano, Orangenlikör, Orangensaft, Sahne

    Grasshopper:[IBA 1] Kakaolikör, Pfefferminzlikör, Sahne

    Porto Flip:[IBA 3] Portwein, Cognac, Eigelb

    Mary Pickford:[IBA 3] Rum, Maraschino, Ananassaft, Grenadine

    Monkey Gland:[IBA 3] Gin, Absinth, Orangensaft, Grenadine

    El Presidente: Rum, Orangenlikör, Wermut, Limettensaft, Grenadine

    Black Russian:[IBA 1] Wodka, Kaffeelikör

    White Russian: Wodka, Kaffeelikör, Sahne

    Espresso Martini:[IBA 2] Wodka, Kaffeelikör, Espresso

    Apple Martini: Wodka, Apfellikör, Orangenlikör

    French Martini:[IBA 2] Wodka, Himbeerlikör, Ananassaft

    Paradise:[IBA 3] Gin, Apricot Brandy (Aprikosenlikör), Orangensaft

    Angel Face:[IBA 3] Gin, Apricot Brandy, Calvados

    Rose:[IBA 1] Kirschwasser, Wermut, Erdbeersirup

    Blood and Sand: Whisky, Kirschlikör, Wermut, Orangensaft

    Rusty Nail:[IBA 3] Whisky, Drambuie

    God Father:[IBA 1] Whisky, Amaretto

    Stinger:[IBA 3] Weinbrand, Pfefferminzlikör

    Pousse-Cafés: bunte Spirituosen, Liköre und Sirups

    B52:[IBA 2] Kaffeelikör, Rum (wird angezündet)

 

Margarita, ein Tequila-Sour mit Orangenlikör, in einer Cocktailschale mit Salzrand.

Beim Cosmopolitan bildet Orangenlikör die Zuckerquelle. Wie alle Sours wird er geschüttelt und ist leicht trüb.

 

Shortdrinks auf Sour-Basis:

 

    Whiskey Sour:[IBA 3] Whiskey, Zitronensaft, Zuckersirup

    Whiskey Smash: Whiskey, Zitrone, Zuckersirup, Minze

    Pisco Sour:[IBA 2] Pisco, Zitronensaft, Zuckersirup

    Daiquiri:[IBA 3] Rum, Limettensaft, Zuckersirup

    Ti Punch: Rhum Agricole, Limettensaft, Zuckersirup

    Hemingway Special, auch: Papa Doble, Hemingway Daiquiri, (Daiquiri) El Floridita:[IBA 1] Rum, Limettensaft, Grapefruitsaft, Maraschino

    Bacardi Cocktail:[IBA 3] Rum, Limettensaft, Grenadine

    Gimlet: Gin, Lime Juice Cordial

    Daisy: Spirituose, Zitronensaft, Grenadine

    Jack Rose: Applejack, Zitrussaft, Grenadine

    Jack Rabbit: Applejack, Zitronensaft, Orangensaft, Ahornsirup

    Brandy Crusta: Weinbrand oder Cognac, Zitronensaft, Zuckersirup, Angostura, evtl. Likör

    Margarita:[IBA 1] Tequila, Zitronensaft, Orangenlikör

    Tommy’s Margarita:[IBA 2] Tequila, Limettensaft, Agavensirup

    Sidecar:[IBA 3] Weinbrand, Zitronensaft, Orangenlikör

    White Lady:[IBA 3] Gin, Zitronensaft, Orangenlikör

    Between the Sheets:[IBA 3] Rum, Cognac, Zitronensaft, Orangenlikör

    Blue Moon (Cocktail): Gin, Zitronensaft, Crème de Violette

    Aviation (Cocktail):[IBA 3] Gin, Zitronensaft, Maraschino, Crème de Violette

    Casino:[IBA 3] Gin, Zitronensaft, Maraschino, Orangenbitter

    Last Word: Gin, Limettensaft, Maraschino, Chartreuse

    Yellow Bird:[IBA 2] Rum, Limettensaft, Galliano, Orangenlikör

    Scarlett O’Hara: Southern Comfort, Zitrussaft, Cranberrysaft

    Kamikaze:[IBA 2] Wodka, Zitronensaft, Orangenlikör

    Lemon Drop Martini:[IBA 2] Zitronenwodka, Limettensaft, Orangenlikör

    Cosmopolitan:[IBA 1] Zitronenwodka, Limettensaft, Orangenlikör, Cranberrysaft

    Clover Club:[IBA 3] Gin, Zitronensaft, Himbeersirup (oder Grenadine), Eiweiß

    Pink Lady: Gin, Applejack, Zitronensaft, Grenadine, Eiweiß

 

Der Morning Glory Fizz hat eine Sour-Basis (Scotch Whisky, Zitronensaft und Zuckersirup), wird mit Sodawasser verlängert und mit Eiweiß abgerundet.

 

Longdrinks auf Sour-Basis:

 

    Gin Fizz:[IBA 3] Gin, Zitronensaft, Zuckersirup, Sodawasser

    Ramos Fizz:[IBA 3] Gin Fizz mit Sahne, Eiweiß, Orangenblütenwasser

    Tom Collins:[IBA 3] (Als Variante des John Collins): Gin, Zitronensaft, Zuckersirup, Sodawasser

    John Collins:[IBA 3] Whiskey, Zitronensaft, Zuckersirup, Sodawasser

    Caipirinha:[IBA 1] Cachaça, Limetten, Zucker

    Mojito:[IBA 1] Rum, Limettensaft, Zucker, Sodawasser, Minze

    Bramble:[IBA 2] Gin, Zitronensaft, Zuckersirup, Brombeerlikör

    Russian Spring Punch:[IBA 2] Wodka, Zitronensaft, Zuckersirup, Crème de Cassis

 

Gurke und frische Früchte im Pimm’s Cup

 

Weitere Longdrinks sowie Highballs:

 

    Gin Tonic: Gin, Tonic Water

    Whisky Soda: Scotch Whisky, Sodawasser

    Whiskey Cola: Bourbon Whiskey, Cola

    Cuba Libre:[IBA 1] Rum, Limettensaft, Cola

    Dark’n’Stormy:[IBA 2] Rum, Ginger Beer

    Moscow Mule:[IBA 1] Wodka, Limettensaft, Ginger Beer

    Horse’s Neck:[IBA 1] Cognac, Ingwerlimonade, Bitters

    Pimm’s Cup: Pimm’s (Likör), Limonade, Gurke und Früchte

    (Lime) Rickey: Spirituose, Limette, Sodawasser

    Paloma: Tequila, Grapefruitlimonade

    Campari Orange: Campari, Orangensaft

    Screwdriver:[IBA 3] Wodka, Orangensaft

    Harvey Wallbanger:[IBA 1] Wodka, Galliano, Orangensaft

    Sea Breeze:[IBA 1] Wodka, Cranberrysaft, Grapefruitsaft

    Sex on the Beach:[IBA 1] Wodka, Cranberrysaft, Orangensaft, Pfirsichlikör

    Straits Sling: Gin, Kirschlikör, Bénédictine, Zitronensaft, Bitters, Sodawasser

    Singapore Sling:[IBA 1] Gin, Kirschlikör, Bénédictine, Orangenlikör, Limettensaft, Grenadine, Bitters, Ananassaft

    Tequila Sunrise:[IBA 1] Tequila, Orangensaft, Zitronensaft, Grenadine

    Long Island Iced Tea:[IBA 1] Gin, Rum, Wodka, Tequila, Orangenlikör, Zitronensaft, Cola

 

Mai Tai, einer der populärsten Tiki-Cocktails

 

Tropical, Karabik- und Tiki-Drinks:

 

    Mai Tai:[IBA 1] Rum, Orangenlikör, Mandelsirup, Limettensaft, Zuckersirup

    Punsch bzw. (Rum) Punch: Arrak oder Rum, Zucker, Zitrusfrüchte, Wasser oder Tee, Gewürze

    Planter’s Punch:[IBA 3] Rum, Zitrussaft, Fruchtsäfte, Grenadine

    Zombie: mehrere Rumsorten, Fruchtliköre, Fruchtsäfte

    Hurricane: Rum, Limettensaft, Maracujasirup

    Colada: Drink-Gruppe mit Kokos und Sahne

    Piña Colada:[IBA 1] Kokos, Rum, Ananassaft

    Swimming Pool: Rum, Wodka, Kokos, Ananassaft, Sahne, Blue Curaçao

    Painkiller: Rum, Kokos, Ananas- und Orangensaft

    (Rum) Swizzle: Rum, Fruchtsäfte, Falernum (Limetten-Nelken-Likör) oder Sirup

    Sangría: Spirituosen, Wein, Fruchtsaft, Früchte

    Batida: Cachaça, Fruchtsaft

 

Ein bekannter würziger Longdrink ist die Bloody Mary aus Wodka und Tomatensaft. Sie gehört zu den Pick-me-Ups oder Corpse Revivers („Katerkillern“).

 

Würzige Mixgetränke:

 

    Bloody Mary:[IBA 1] Wodka, Tomatensaft, Gewürze

    Bull Shot: Wodka, Rinderbrühe, Gewürze

    Vampiro:[IBA 2] Tequila, Zitrussäfte, Honig, Chili, Zwiebeln, Gewürze

 

Heiße Mixgetränke („Hot Drinks“):

 

    Irish Coffee:[IBA 1] Irish Whiskey, Kaffee, Zucker und Sahne

    Brandy Egg Nog: Weinbrand, Zucker, Ei(gelb), Milch

    Tom and Jerry (Cocktail): Weinbrand, Rum, Ei, Zucker, Milch oder Wasser

    Blue Blazer: Whiskey oder Weinbrand, kochendes Wasser, Zucker

    Grog: Rum, Zucker, Wasser

    Hot Buttered Rum: Grog mit Butter und Gewürzen

    Hot Toddy: Spirituose, Zucker, Wasser, Gewürze

    Jagertee: Inländer-Rum, schwarzer Tee

 

 

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